Warum physische Boards noch Sinn machen
In vielen Software-Teams, die mit agilen Methoden wie Scrum oder Kanban arbeiten, sind physische Task-Boards noch immer weit verbreitet. Sie helfen, den Fortschritt sichtbar zu machen. Gleichzeitig möchten Teams auch den Stand im digitalen Issue-Tracker wie Jira oder GitLab pflegen. Das bedeutet oft doppelten Aufwand: sowohl am Board als auch im System.
Natürlich könnte man komplett auf digitale Boards setzen und alles dort verwalten. Aber physische Boards haben Vorteile, die viele Teams nicht missen wollen:
Sie sind ein gemeinsamer Treffpunkt für das Team
Sie fördern Diskussion, Austausch und Zusammenarbeit
Der direkte Kontakt verbessert Kommunikation und Engagement
Bessere Kommunikation kann zu mehr Effizienz und schnelleren Ergebnissen führen
Also: Man will die physischen Boards behalten – aber ohne die manuelle Zettelschreiberei.
Was ist Possy?
Possy wurde genau dafür entwickelt – es ergänzt physische Scrum- oder Kanban-Boards. Es ist eine einfache Weboberfläche, die das Erstellen von Druckkarten automatisiert, wie sie typischerweise auf solchen Boards verwendet werden.
Normalerweise würde man sich in das Ticketsystem einloggen, das gewünschte Issue suchen, und dann per Hand einen Text auf z. B. einen Post-it® schreiben – ein zeitaufwändiger Prozess. Possy automatisiert all das: Du wählst im Webinterface die Aufgaben aus, die du drucken willst, und Possy übernimmt den Rest.
Die Oberfläche verbindet sich mit dem Issue-Tracking-System (z. B. GitHub oder Atlassian Jira) und druckt die ausgewählten Issues über angeschlossene POS-Drucker aus. Warum POS-Drucker? Ganz einfach: Sie drucken auf Thermopapier, das günstig und oft sogar günstiger als klassische Haftnotizen ist.
Die Grundidee zu Possy stammt von meinen Kollegen Boris und mir (Gerald). Der erste Prototyp entstand vor einiger Zeit, und seither arbeiten wir kontinuierlich an neuen Features und Verbesserungen. Viele Ideen stehen noch zur Erweiterung der Funktionalität – schau dir gern den aktuellen Stand des Projekts auf GitHub an!
Das folgende Bild zeigt eine mit Possy gedruckte User Story. Wie zu sehen ist, ist die Druckqualität für ein mit einem POS-Drucker erstelltes Dokument sehr gut.


Beispiel eines mit Possy gedruckten Agile Boards.
Wie Possy aufgebaut ist
Possy besteht im Wesentlichen aus zwei Hauptmodulen: dem Possy Service und dem Possy Daemon.

Possy Service
Das ist die Weboberfläche (gebaut mit Vaadin), über die der Nutzer mit dem Tool interagiert. Der Service kommuniziert mit dem Issue-Tracker und erzeugt Druckaufträge, die dann weitergereicht werden.
Possy Daemon
Dieser Teil ist für den echten Druck zuständig. Er empfängt die Druckaufträge und verbindet sich mit einem oder mehreren POS-Druckern über CUPS. Unterstützt werden auch mehrere Drucker gleichzeitig – z. B. um in verschiedenen Farben zu drucken.
Das gesamte Projekt ist in Kotlin entwickelt, einer modernen, auf der JVM basierenden Sprache.
Eine typische Architektur sieht so aus:
Der Service läuft im Netzwerk, von dem aus die Drucker nicht direkt erreichbar sind.
Der Daemon läuft dort, wo die Drucker sind und „zieht“ die Druckaufträge vom Service.
Dadurch kann man auch getrennte Netzwerkzonen bedienen – z. B. wenn Sicherheits- oder Infrastrukturvorgaben es erfordern.
Bonus-Feature: Der Planner
Possy hat außerdem ein praktisches Feature namens Planner. Es wird meist während Planning-Meetings verwendet, um mehrere Story-Subtasks zu definieren und direkt auszudrucken. Mit einem Klick werden alle Aufgaben in der gewünschten Reihenfolge gedruckt.

Wenn du Fragen hast oder dir bestimmte Funktionen wünschst, kannst du gerne Issues auf GitHub öffnen – das Team freut sich über Feedback! 😀



